Sprache im November: 6 lesenswerte Artikel

Sprache lebt und befindet sich in einem steten Wandel. Das macht vielen Menschen Angst – ist jedoch erst einmal nichts Ungewöhnliches. Denn auch wir entwickeln uns konstant weiter und sind nicht dieselben wie wir es vor fünf, zehn oder hundert Jahren waren. Gleichzeitig gibt es Sprachen, die massiv verdrängt werden und vom Aussterben bedroht sind. Stirbt jedoch eine Sprache, stirbt mit ihr eine ganze Weltanschauung – und meist sind es ohnehin marginalisierte Gruppen, die von dieser Bedrohung betroffen sind. In der Reihe „Sprache im …“ stelle ich gegen Ende jedes Monats eine Auswahl an Artikeln zusammen, die Sprache zum Thema haben. Ich hoffe, damit zu größerem Verständnis für Sprache, die Notwendigkeit einer sprachlichen Weiterentwicklung und für den Schutz gefährdeter Sprachen beizutragen.

1. Sprache und (neoliberale) Propaganda

Pam Stavropoulos ruft mit Fighting words: Attention to language in an age of extremes dazu auf, jedes Wort auf die Goldwaage zu legen: Rhetorische Tricks lassen Sprache auch dort neutral erscheinen, wo sie als Waffe neoliberaler Propaganda eingesetzt wird.

2. Das Wort Frau neu definiert

Ein Schritt in die richtige Richtung: Das Oxford Dictionary ändert nicht nur die Definition des Wortes Frau, sondern ersetzt auch die Beispielsätze zum Begriff. Eine Übersicht der vorgenommenen Änderungen bietet Christina Zdanowicz in Oxford dictionaries change ’sexist‘ and outdated definitions of the word ‚woman‘ .

3. Verlorene Sprachen

Wo sie Michif sprechen ist Eva Erdmanns Rezension zum „Atlas der verlorenen Sprachen“. In dem von Rita Mielke herausgegebenen Band werden 50 Sprachen aus der ganzen Welt vorgestellt, die heute nicht mehr existieren.

4. Corona-News für alle

Wir brauchen in Deutschland dringend Nachrichten auf Türkisch – das zeigt Corona. Nalan Sipar weist nicht nur auf die Gefahr der Desinformation den immensen Bedarf an Nachrichten in verschiedenen Sprachen hin. Darüber hinaus zeigt sie auf, wie die deutsche Nachrichtenlandschaft inklusiver werden kann.

5. Sprachvielfalt in Berlin

In Deutschland spricht man Deutsch? Nein – und schon gar nicht in Berlin! Maria Kotsev berichtet in  „Wir tun so, als seien wir einsprachig“ Petition fordert mehr Sprachvielfalt auf Berlins Hauptstadtportal über die Forderung, berlin.de für alle Menschen zugänglich zu machen, die in Berlin leben.

6. Das Wort des Jahres? Lockdown!

Alison Flood widmet ihren im Guardian erschienenen Artikel Lockdown named word of the year by Collins Dictionary dem Begriff, der den aktuellen Zustand in vielen Ländern weltweit beschreibt.

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