Sprache im September: 7 lesenswerte Artikel

Sprache lebt und befindet sich in einem steten Wandel. Das macht vielen Menschen Angst – ist jedoch erst einmal nichts Ungewöhnliches. Denn auch wir entwickeln uns konstant weiter und sind nicht dieselben wie wir es vor fünf, zehn oder hundert Jahren waren. Gleichzeitig gibt es Sprachen, die massiv verdrängt werden und vom Aussterben bedroht sind. Stirbt jedoch eine Sprache, stirbt mit ihr eine ganze Weltanschauung – und meist sind es ohnehin marginalisierte Gruppen, die von dieser Bedrohung betroffen sind. In der Reihe „Sprache im …“ stelle ich gegen Ende jedes Monats eine Auswahl an Artikeln zusammen, die Sprache zum Thema haben. Ich hoffe, damit zu größerem Verständnis für Sprache, die Notwendigkeit einer sprachlichen Weiterentwicklung und für den Schutz gefährdeter Sprachen beizutragen.

1. Zum Welttag der Gebärdensprache am 23. September

Auf die Herausforderungen, mit denen gehörlose Menschen im Zuge der Corona-Pandemie konfrontiert sind, geht Anja Dondl in Gebärdensprache als Muttersprache: Wie Menschen damit kommunizieren in der Augsburger Allgemeinen ein. Sie thematisiert nicht nur die Maskenpflicht, sondern auch die mangelnde Barrierefreiheit bei offiziellen Corona-Pressekonferenzen und dem damit einhergehende Informationsdefizit für taube und schwerhörige Menschen.

2. Warum laut vorlesen wichtig ist

Für Explore Life habe ich mit The Power of Story Time noch Ende August ein Porträt der Kinderbuchautorin Kirsten Boie ins Englische übertragen und ausgearbeitet. Obwohl zahlreiche Studien belegen, wie wichtig es ist, Kindern vorzulesen, sinkt die Zahl der Eltern, die dies auch tun. In Schulen wird das Thema ebenfalls vernachlässigt, was zur Folge hat, dass mittlerweile mehr als 15 % der Grundschüler*innen in Deutschland nicht verstehen, was sie lesen. Kirsten Boie kämpft unter anderem mit ihrer Petition „Jedes Kind muss lesen lernen“ gegen diesen Trend an.

3. Sprache des Klimawandels

Klimawandel in der Sprache: Sollten wir über Waldbrände oder Klimabrände sprechen? auf dw.com nimmt sich die Waldbrände in Kalifornien, Washington und Oregon zum Thema und erklärt schlüssig, weshalb zwischen Waldbränden und Klimabränden unterschieden werden muss: Der Begriff Waldbrand impliziert einen natürlichen Brand, wohingegen der Begriff Klimabrand die Ursachen in der menschgemachten Erderhitzung verortet.

4. Zum Europäischen Tag der Sprachen am 26. September

Morgen wird wieder der Europäische Tag der Sprachen gefeiert – wer mitfeiern, sich mit Mehrsprachigkeit beschäftigen, eine neue Sprache oder Neues über Sprache lernen möchte, findet auf der Website des European Centre for Modern Languages alle Informationen, Aktivitäten, Veranstaltungen, Tools und Spiele.

5. Sprache im kindlichen Gehirn

Eine neue Studie des Georgetown University Medical Center belegt: Kinder nutzen beide Hirnhälften, um Sprachen zu erlernen. Erst im Verlauf ihrer Entwicklung verlagern sich Spracherwerb und Sprachverarbeitung in die linke Hemisphäre. Die Ergebnisse der Studie geben Aufschluss über die Hirnentwicklung und erweitern die Grundlagen, anhand derer Hirnverletzungen und die Genesung besser verstanden werden können.

6. Jiddische Wörter im deutschen Sprachgebrauch

In der deutschen Sprache finden sich einige Jiddismen: Wir sprechen Tacheles, befinden uns in einem Schlamassel oder sind meschugge. Warum man aber beim Gebrauch von Jiddismen Vorsicht walten lassen und sich erst einmal über die ursprüngliche Bedeutung der Wörter informieren sollte, erklärt Ronen Steinke in Antisemitismus in der Sprache: Da schwingt was mit in der taz.

7. Schriftart gegen Mobbing

Das finnische Unternehmen TietroEvy hat eine Schriftart entwickelt, die anhand eines Algorithmus Hassrede und Beleidigungen aus Texten eliminieren soll – direkt beim Schreiben. Der Font mit dem aussagekräftigen Titel „Polite Type“ steht auf der gleichnamigen Website zum kostenlosen Download bereit. Michael Gessat von Deutschlandfunk Nova stellt den Font in „Polite Type“: Hassrede wird beim Schreiben korrigiert vor und weist auf mögliche Kritikpunkte hin.

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